Nach der Analyse der Promotionen im Inland, richtete sich die Projektanalyse auf das Ausland. Zur Identifizierung von Grundbausteinen, Voraussetzungen und Anforderungen für den Entwurf einer beruflichen Qualifikation auf DQR-Stufe 8 und somit der möglichst höchsten Qualifikationsebene in der höherqualifizierenden Berufsbildung, nahmen die Verbundprojektpartner den europäischen Bildungsraum in den Blick:

Welche Qualifikationen existieren bereits auf Niveau 8 des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR)? Ziel war dabei nicht die bloße Bestandsaufnahme, sondern die Frage, welche Aspekte sich für die Entwicklung einer beruflichen Qualifikation auf diesem Niveau ableiten lassen.

In die Analyse einbezogen wurden  Ansätze aus Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Frankreich, Irland, Estland sowie England. Untersucht wurden unter anderem:

  • Zugangsvoraussetzungen und Anforderungen an die Berufserfahrung
  • Prüfungsaufbau und Bewertungsverfahren
  • Möglichkeiten der Dokumentation der Leistung
  • Qualitätssicherungsmechanismen und institutionelle Zuständigkeiten
  • Abschlusstitel und rechtliche Verankerung

Qualifikationen auf EQR-Niveau 8 sind in mehreren Ländern nachweisbar, ihre institutionelle Verankerung und Ausgestaltung sind jedoch sehr unterschiedlich. In vielen Fällen spielt mehrjährige einschlägige Berufserfahrung eine zentrale Rolle – allerdings mit stark variierenden Anforderungen an Umfang, Nachweis und Validierung. Auch Prüfungsformate reichen von projektbasierten Arbeiten über komplexe Fachprüfungen bis hin zu strukturierten Programmen mit begleitender Qualitätssicherung.

Auffällig ist auch die große Vielfalt bei den Abschlussbezeichnungen. In einigen Ländern werden berufsbezogene Titel vergeben, in anderen spezielle branchenspezifische Bezeichnungen angeboten, wieder andere nutzen international bekannte Gradbezeichnungen. Ein einheitliches europäisches Modell gibt es also nicht. Stattdessen unterscheiden sich die Angebote deutlich in ihrer Struktur, ihren Anforderungen und ihrer organisatorischen Einbindung.

Das Ergebnis dieser Analyse: Es geht nicht darum, bestehende Modelle zu übertragen, sondern eine praxisnahe, anschlussfähige und für das deutsche Berufsbildungssystem passende Lösung zu entwickeln. Der europäische Vergleich liefert hierfür wertvolle Anhaltspunkte – insbesondere mit Blick auf Fragen der Zugangsgestaltung, der Prüfungslogik, der Qualitätssicherung und der Sichtbarkeit eines Abschlusses auf höchstem Niveau.

Das FBH, die FernUniversität Hagen und der WHKT haben diese Ergebnisse in einer Folge des DQR8-Praxistalks dokumentiert. Das digitale Format ist auf der Projektwebseite www.dqr8.de veröffentlicht und ermöglicht einen weiterführenden Einblick in diese Thematik.